Bericht FunRace 2022

Wer ist zusammen mit wem in einem Boot? Oder Kanu –oder wie auch immer die Dinger richtig heißen!

von Sylvia Burkart


Eines der großen Themen am ersten Abend in unserem Hotel in Kleedorf. Aber eins nach dem anderen. 

Wir hatten eine gemütliche Herfahrt mit einigen Zwischeneinsammelstellen. Und unsere letzten beiden Neuzugänge hatten offensichtlich die Zeitangaben nicht richtig gelesen, denn als wir in Zwenkau losfuhren, warteten sie bereits in Pößneck auf uns. Natürlich freuten sie sich sehr, als wir keine 10 km nach dem wir sie aufgelesen hatten, unsere Mittagseinkehr in Ziegenrück hielten, kurze Zeit später der Tankstopp und John war erstaunt wie toll wir doch voran kämen und fragte nach einer Eispause….

Egal wir sind angekommen in Kleeberg, mit Empfangskomitee , dann weiter zum Stiefelbier, wildem Gequassel, zum Abendessen, Besprechung vom Ablauf des nächsten Tages und vielen, vielen lustigen Einlagen und Anekdoten unserer alteingesessenen DOC-Mitglieder.

Was steht auf dem Freitag-Programm:

Wasser von oben? Aber auf alle Fälle von unten und hoffentlich nicht von allen Seiten!!!

Wir haben um 14.00 Uhr Termin zum Paddeln auf der Pegnitz. Hab ich noch nie gemacht, Peter auch nicht. Aber ich bin eine Panikqueen. Wie ich im Nachgang erfahren habe, waren wir 2 nicht die einzigen die null Paddelerfahrung besaßen. 

Peter lenkte uns als Tourguide über fast alle kleinen Straßen in der Umgebung bis nach Velden. Dort sollte unser Paddeleinstieg sein. Wir machten eine kleine Weltreise, bisher ohne Regen dafür mit malerischer Umgebung. Hügelig, felsig, sooo grün, kleine Burgen, hübsche Häuschen, einige nervige Traktoren, Wiesen und Felder.
Velden unser Mittagshalt ist ein kleines Städtchen, ein bisschen unscheinbar aber sehr gemütlich. Wir hielten und hatten 2 nebeneinanderliegende Einkehrmöglichkeiten. Aber eine Wahl gab es nicht. Unser Präsidente entschied sofort – wir gehen zum Italiener. So viele Gäste hat der kleine sizilianische Familienbetrieb wohl noch nie auf einmal bewirtet. Wir hatten Spaß und wurden satt. Holger musste allerdings unser Paddeln zeitlich etwas hinausschieben, da wie schon erwähnt, die Küche für Großbestellungen nicht ausgestattet war. Und jetzt wird es spannend. Am Fluss angekommen, präparierten wir uns für die Paddeltour. Manche unter uns waren so mutig und behielten einen Teil ihrer Motorradsachen an. Ich zog den Hut vor ihnen. Ich hatte in meinem Täschchen sogar einen Ersatzschlüppi mit.
In meinem Kopfkino lief seit Tagen der Film:  Ich klitschnass oder mauseertrunken, oder mich am umgedrehten Boot festklammernd, mit letzter Kraft das Ufer erreichend – voll Schlamm und mit Algen behangen ebendieses zu erklimmen und dann dem Gespött aller anderen ausgesetzt zu sein. Vielleicht kann sich einer meine innere Zerrissenheit vorstellen? …..

Der Himmel trübte sich ein mehr und mehr. Es fing an mit regnen und wir stiegen zusätzlich in unsere Regensachen. Dann die Einweisung durch das Fachpersonal und uns wurde gesagt wie wir sicher ein und aussteigen uuund wie wir RICHTIG paddeln.  Der Holger hat sich Peter und meiner angenommen. Zu diesem Zeitpunkt, wusste er noch nicht was da auf ihm zukam!! Ich hab nämlich zugehört – bei der Einweisung. Und Peter – keine Ahnung! Er macht wie er es für richtig hält und nach Bauchgefühl..
Holger sitzt hinten. Er hat Erfahrung, er lenkt das Boot und glaubt mit klaren Anweisungen uns beibringen zu können wie man paddelt. Ich sitze in der Mitte – panisch! Hoffentlich fallen wir nicht um! Ich will nicht ins Wasser plumsen! Wer weiß was sich am trüben Flussboden befindet? Ich hab kein Handtuch mit! Vorn sitzt Peter mit gemischten Gefühlen, aber eben der Junge der erstmal alles ausprobieren muss (bitte nicht hinterfragen nein ausprobieren!) am besten bis zur Grenze. Wir waren das ausgesprochene DreamTeam! Holger kam gar nicht zu Wort, Peter reagierte auf kein Wort und ich zeterte, dass sich die Paddel bogen.

Nach einer Weile beruhigten wir (ich mich) uns. Und als ich das paddeln restlos einstellte und nur im Wassertaxi saß, wurde es besser. Mein Blutdruck regulierte sich, ich konnte erstmals die ganze Angelegenheit genießen. Enten am Ufer und unsere Mitpaddler in ihren Booten beobachten. Die machten das alle ganz gut! Einige zogen an uns vorbei ( was meinen Ehemann wieder überhaupt nicht in den Kram passte und er wild mit paddeln anfing), andere drehten sich plötzlich um 180 Grad und paddelten mit dem Rücken voraus, die nächsten gerieten mit dem Boot ans Ufer…….
Ja wir waren eine lustige Truppe, schön beisammen. Ein Zweierteam wollte aber unbedingt baden gehen und war nicht mutig genug einfach vom Boot aus ins Wasser zu springen. So drehten sie sich halt gemeinsam mit Boot ins Wasser. Geht so auch viel schneller. Sie konnten dieses ganze Gehabe mit Klamotten ausziehen und sich abkühlen sofort überspringen. Ab und direkt ins kühle Nass!!

Paddeltour war zu Ende. Wir waren glücklich, die Wolken am Himmel bedrohlich! Wie weit ist es zum Hotel? Wieder die ganzen 150 Kilometer von der Hinfahrt zurück???

Ein Schmunzeln zog sich über Peters Gesicht. „Wir sind keine 7 km vom Hotel entfernt! Haben heute nur eine Runde im ZickZack in der näheren Umgebung gezogen!“

Es war ein schöner Tag und der Abend mit wurde mit einem leckeren Buffet und gegrilltem Fleisch, Fisch und Gemüse gekrönt.

Samstag dann kulinarische Erlebnisreisen und evtl. Verlust eines DOC-Mitgliedes wegen Heirat.

10.00 Uhr Start, dann eine hübsche Runde durch Wälder, Dörfer, schmale Straßen mit wenig Verkehr bis zur Mittagseinkehr wieder in Velden. Aber diesmal war der Stopp geplant und das Lokal für uns reserviert. Das Gasthaus „Zur Traube“ mit seinem kleinen Kellner wird uns ewig in Erinnerung bleiben. Wobei Kellner absolut das falsche Wort ist. Es gibt kein passendes für den jungen Burschen, der uns bedient hat. Ich werde ein bisschen ausholen. Das Restaurant Zur Traube ist familiengeführt. Klein, gemütlicher Biergarten, mitten in Velden. Und wenn halt Not am Mann ist, muss auch der Enkel ran! Der kennt sich aber nicht einmal mit der Speisekarte aus und servieren ist auch nicht gerade seine Stärke! Wiederholt erwähnte er, dass er nur 2 Arme hätte. Der Arme!!
Wahrscheinlich ist es auch schwierig, so eine großklappige, ungeduldige Motorradgruppe zu bewirten. Der Koch brauchte weit über eine Stunde bis das letzte Essen gekocht war. Es war ein einziges Durcheinander, bei dem einiges schief ging. Axel war nahe dran den Tisch anzuknabbern, weil sein Essen einfach nicht kommen wollte. Mauro saß lächeln auf seinem Stuhl und war froh nicht Chef in diesem Restaurant sein zu müssen.
Egal wir hatten Spaß und ließen uns zum Schluss mit unserem kleinen Kellner fotografieren. Allein schon für Marie, die in ihm einen neuen Bewunderer/Fastehemann gefunden hat.

Nach diesem stundenlangen Essensdisaster, brauchten wir eine vernünftige Pause! Also ab ins Windbeutelkaffee. Die Empfehlung der Tour!

Abends MotoGP im Hotel und Programmeinlage Peep-Show von David und Frank mit artentfremdeter Benutzung von den wunderschönen, leuchtgrünen Halswärmern!

Leider war die Zeit wieder viel zu schnell zu Ende und am Sonntag zogen wir alle unserer Wege. 

Ich freue mich auf unser nächstes Event mit kurvigen Ausfahrten, lustigen Beisammensein und unserer nicht zu toppenden Gemeinschaft!